Die Geschichte des Ludwigpalais

In zentraler Lage, an einer „Prachtmeile“ Münchens, der Ludwigstraße gelegen, wird das „Ludwigpalais“ Anfang des 19. Jahrhunderts vor allem nach Plänen des Hofarchitekten König Ludwigs I, von Leo von Klenze, erbaut. Das heutige Ludwigpalais, das durch eine einheitliche Fassade wie ein einziger klassizistischer Palazzo wirkt, ist eigentlich ein Gebäudekomplex, der sich zunächst aus drei historischen Gebäuden zusammensetzt aus dem Leo-von-Klenze-Bau an der Ludwigstraße 6-10. Und zwei weiteren Häusern, die an der Ecke der Ludwigstraße zur Von-der-Tann-Straße angrenzen. Hinzu kommt der zweigeschossige Neubau des so bezeichneten „Ludwighof“, der im Innenhof des Gesamt-Ensembles 2012-2013 entstand.

„Denn darum setze ich nicht fest, daß Häuser nach Ihrem Plan gebaut werden, um zu niedere Stockwerke errichtet zu sehen (…) Die Fenster weit auseinander, lieber Klenze, ohne welche das Große nicht großartig, wodurch auch das Kleine ebenso erscheint.“

König Ludwig I

König von Bayern (1786-1868)

1814

Das „Vorstadthaus“ – heute: Von-der-Tann-Str. 3

Schon ein paar Jahre bevor der Bau der „Ludwigstraße“ realisiert wird, entsteht das dreigeschossige, villenartige „Vorstadthaus“. Das Gebäude lässt 1814 Rudolf Röschenauer (1787-1865) im Stil des Klassizismus errichten. Der Maurermeister hatte es unter der Regierungszeit König Ludwig I. zum erfolgreichen Mietshausbesitzer und Bauunternehmer gebracht, dem München entscheidende, das Stadtbild prägende Bauwerke verdankt.

Dezent und vornehm steht das „Vorstadthaus“ seinerzeit hinter einem schmucken Vorgarten. Von der damaligen „Frühlingsstraße“ zurückversetzt, die heute „Von-der-Tann-Straße“ heißt und sich zur Zeit der Erstellung noch im Bezirk „Schönfeldvorstadt“ befindet.
Prominente Bewohner des „Vorstadthauses“ sind nacheinander: die Hofmusikerswitwe Cäcilie Weidenhiller, der Maler Ludwig Bolgiano und Ende des 20. Jahrhunderts die Bayerische Handelsbank.
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Vgl. Habel, Heinrich / Hallinger, Johannes / Weski, Timm: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt
München, Mitte, Band 3, S. 1195.

Foto: Archivbestand Ludwigpalais

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1816

Ein ehrgeiziges Bauprojekt des Königs: Die Ludwigstraße

Zweifelsfrei: Die Anlage der „Ludwigstraße“ darf als ein „Lieblingsprojekt“ König Ludwig I bezeichnet werden und als „krönender städtebaulicher Höhepunkt“ in München. 1816 beauftragte Ludwig (er war noch Kronprinz) Leo von Klenze (1784-1864) mit der Gesamtplanung der Prachtstraße. 1827 löst ihn Friedrich von Gärtner (1791-1847) ab. Beide Architekten erschaffen imposante Gebäude: Leo von Klenze vor allem im Süden der Straße (Stil: Neurenaissance), Friedrich von Gärtner im Norden (Stil: Neoromantik). Die Bauarbeiten entlang der Straße, die nach dem König benannt wird, ziehen sich bis ins Jahr 1850.

Das Ziel König Ludwig I: eine 1 Kilometer lange Repräsentationsstraße erbauen zu lassen, auf der die „Säulen seines Königreiches“ eindrucksvoll sichtbar werden. Als diese versteht er: Wissenschaft und Kunst, das römisch-katholische Christentum und die Königliche Regierung.

Daher verbindet die „Ludwigstraße“ als „Repräsentationsachse die Residenz mit der Universität; die Gegenpole Feldherrnhalle und Siegestor dokumentieren die erreichte Staatsmacht. Zwischen die öffentlichen Einrichtungen Ludwigskirche, Staatsbibliothek, Kriegsministerium (…) mischten sich Privathäuser monumentaler Gestaltung.“ (1)

Die Ludwigstraße beginnt nördlich von „Odeonsplatz“ und endet am „Siegestor“. Sie verläuft gerade in nordöstlicher Richtung und in etwa parallel zur Isar. Die Verlängerung der Ludwigstraße (hinter dem „Siegestor“) nach Norden bildet die „Leopoldstraße“.
Wie sehr König Ludwig I. die italienische Kunst, Kultur und den Baustil der Renaissance verehrt, ist den meisten Prachtbauten, Palazzi und Toren abzulesen, die florentinischen und römischen Bauwerken dieser Epochen nachempfunden sind.

Auch heute noch gilt die „Ludwigstraße“ neben der „Brienner Straße“, der „Maximilianstraße“ und der „Prinzregentenstraße“ als eine der vier städtebaulich bedeutendsten Prachtstraßen Münchens.
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Vgl. Buttlar, Adrian von: Leo von Klenze – Führer zu seinen Bauten, 2016
Vgl. Ebnet, Werner: Die Ludwigstraße – Münchens Königliche Prachtstraße, München 2018
Vgl. Huse, Norbert: Kleine Kunstgeschichte Münchens, München, 1990, S. 147 ff.
Vgl. Einfach München, „Ludwigstraße. Auf dem Prachtboulevard, des Königs“,
Vgl. www.muenchen.travel/pois/stadt‐viertel/auf‐dem‐prachtboulevard‐des‐koenigs
Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwigstraße

(1) Bayerischer Architekten‐ und Ingenieur‐Verband e.V. (Hrsg.), München und seine Bauten nach
1912, München 1984, S. 20.

Foto: Stadtarchiv München, DE-1992-HV-BS-C-01-32

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1827

Der „Haslauer-Block“ – heute: Ludwigstr. 6, 8, 10

Als 1825 Ludwig I den Thron von Bayern besteigt, kündigt er den Weiterbau der Ludwigstraße über die heutige Von-der-Tann-Straße hinaus an. Die Stadt muss im Zuge dessen Grundstücke erwerben und versteigern. Der „meist Bietende“ ist in diesem Fall Georg Haslauer. So wird der Bierbrauer und Wirt zum Bauherrn von drei privaten Gebäuden an der Ludwigstraße 6, 8, und 10.

König Ludwigs Hofarchitekt, Leo von Klenze, wird mit der Planung beauftragt. Die städtebauliche Vorgabe des Königs: Monumentalität und Italianitá! Man soll denken, an der Ludwigstraße stünden italienische Adelspaläste und Repräsentationsbauten. Die Ludwigstraße selbst soll den Charakter einer „gewachsenen“ Prachtstraße erhalten. „Einer italienischen freilich, nicht einer aus dem alten München“.

Dass der 1827 - 1830 errichtete „Haslauer-Block“ äußerlich wie ein einziger Palazzo wirkt, gelingt Klenze, indem er drei Gebäude (Ludwigstr. 6, 8, 10) hinter einer einheitlichen, einen „Palastbau suggerierenden Fassade“ zusammengefasst. (Dass es sich bei diesem Palais um drei einzelne Häuser handelt, erkennt man vor allem an den drei Rundportalen, den Toren zu den beiden Innenhöfen.)
Stilistisch orientiert sich der Hofbaumeister also an einem Florentiner Palazzo der italienischen Frührenaissance: Somit wird das Erdgeschoss „rustiziert“, mit einem groben, rauen Sichtmauerwerk versehen und mit Rundbogenfenstern sowie mit Rundportalen ausgestattet. In den darüber liegenden, zwei Obergeschossen ist an den Fensterrahmen diese Rustika-Verzierung wieder aufgenommen. Die restliche Fassade ist lediglich grob verputzt.

Unter dem Dach des Gebäudes plant Klenze ein viertes Geschoss mit kleinen Rechteckfenstern. Und zwar im Bereich des mächtigen Konsolfrieses – was anfangs missfällt. Erst das Argument einer höher erzielbaren Rendite überzeugt letztlich den König.
Georg Haslauer veräußert die Immobilie bereits im Jahr der Fertigstellung weiter. Der Name für „seinen“ Häuserblock bleibt bestehen.
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Vgl. Buttlar, Adrian von: Leo von Klenze – Führer zu seinen Bauten, 2016
Vgl. Habel, Heinrich / Hallinger, Johannes / Weski, Timm: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt
München, Mitte, Band 2, Seite 500 f.

(2) Huse, Norbert: Kleine Kunstgeschichte Münchens, München 1990, S. 148.

Foto: Stadtarchiv München, DE-1992-FS-HB-XXIII-170

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1828

Die „Bezirksschule der Schönfeldvorstadt“ – heute: Von-der-Tann-Str. 2

Zwei Gebäude entstehen zeitgleich im Jahr 1827: Leo von Klenzes „Haslauer Block“ und direkt an diesen, „über Eck“ zur „Ludwigstraße“ angeschlossen die „Bezirksschule der Schönfeldvorstadt“ an der Von-der Tann-Str. 2.

Mit diesem Projekt betraut ist kein Geringerer als Baurat Ulrich Himbsel (1787-1860), unter dessen Leitung in den 40er und 50er Jahren des 19. Jahrhunderts die Eisenbahnstrecke München – Augsburg und München – Starnberg entstehen wird.

Himbsel entwirft die „Bezirksschule“ für Knaben und Mädchen wie einen Palast. „Das ehemalige Schulgebäude passt sich auch in der Gestaltung an die florentinisch-rundbogige Fassadenstruktur des Klenze‘schen Prachtbaus im Renaissance-Stil an. Das dreigeschossige Gebäude ist durch Gurtgesimse geteilt und weist im Erdgeschoss sieben Rundbogenarkaden auf. (…) In den Obergeschossen ordnet Himbsel jeweils fünf Schulsäle um einen Treppenbereich an.“

Das Schulgebäude wird ab dem späten 19. Jahrhundert unterschiedlich genutzt, zum Beispiel als Frauenarbeitsschule oder als Berufsschule. Die ehemalige „Bezirksschule“ wechselt mehrfach ihren Besitzer und Zweck (u.a. Deutsche Beamtenversicherung, Bayerische Handelsbank).
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Vgl. Habel, Heinrich / Hallinger, Johannes / Weski, Timm: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt
München, Mitte, Band 3, S. 1194 f.

(3) Ders., S. 1194.

Foto: Archivbestand Ludwigpalais

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1939

Gebäudezerstörung

Im Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945) werden die einzelnen Gebäude des heutigen „Ludwigpalais“ teilweise bis auf die Grundmauern zerstört. Die ehemalige „Bezirksschule der Schönfeldvorstadt“ brennt bis zur Ruine ab. Völlig zerbombt wird der „Haslauer Block“.
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Vgl. Habel, Heinrich / Hallinger, Johannes / Weski, Timm: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt
München, Mitte, Band 2 und 3, s.o.

Foto: Archivbestand Ludwigpalais

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1960

Wiederaufbau der drei Häuser

Erwin Schleich (1925-1992), deutscher Architekt und Denkmalpfleger, rekonstruiert von 1960-68 das heutige Ensemble „Ludwigpalais“… Und damit die drei Gebäude: „Vorstadthaus“, „Bezirksschule Schönfeldvorstadt“ und den „Haslauer-Block“. Vor allem der „Haslauer Block“ ist durch den Krieg so stark beschädigt, dass er völlig abgetragen und gänzlich neu aufgebaut werden muss.

Der Investor ist jetzt Dr. Hermann Hartlaub. Schleich hält sich beim Wiederaufbau weitgehend an die ehemaligen Vorgaben von Leo von Klenze und so an die italienische Palazzo-Fassaden-Idee aus der Ära König Ludwig I. Nur der innere Aufbau des Ensembles entspricht nicht mehr den alten Plänen. Erwin Schleich konzipiert zwei Innenhöfe: mit einer Ladenpassage im Erdgeschoss, mit Büro- und Wohnflächen in den oberen Stockwerken. Schleich erweitert das Gebäude ferner um zwei Tiefgaragenebenen mit einer Zufahrt von der Schönfeldstraße.
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Vgl. Habel, Heinrich / Hallinger, Johannes / Weski, Timm: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt
München, Mitte, Band 2 und 3, s.o.

Foto: Archivbestand Ludwigpalais

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2009

Sanierung unter Denkmalschutz - das Gesamtensemble „Ludwigpalais“

Von 2010-2014 revitalisiert die Hamburger Quantum Immobilien AG den kompletten, denkmalgeschützten Gebäudekomplex behutsam mit dem Münchner Architekturbüro Pott.

Mit diesem Umbau entsteht das elegante Gewerbeobjekt „Ludwigpalais“, wie wir es heute kennen: mit exquisiter Einzelhandelsnutzung, hochmodernen Büroflächen und geschmackvollen Wohneinheiten. Dazu gehört der „Ludwighof“: jener zweigeschossige Neubau, der 2012-2013 in den großzügigen Innenhof des Ensembles integriert wird (Von-der-Tann-Str. 2a).
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Vgl. Quantum Immobilien AG, Hamburg, 2014

Foto: Carsten Brügmann

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2020

Das Ludwigpalais heute

Das Ludwigpalais - Das Ludwigpalais - Das Ludwigpalais - Das Ludwigpalais -

6 Interior-Spezialisten für den individuellen und hochwertigen Innenausbau

2 erfahrene Haarstylisten

1 Tagesbar für Gaumenfreuden im exklusiver Ambiente oder zum Mitnehmen

ca. 15.000 m² hochmoderne Büroflächen für flexible Raumkonzepte

19 Stadtwohnungen zwischen
20 m² und 75 m² über die Dächer Münchens

LP

Standort

Ludwigpalais
Luwigstraße 6, 8, 10
Von-der-Tann-Str. 2, 2a, 3
80539 München

Lage Ludwigpalais Schwarzplan

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